Silvesterbräuche in Europa und SüdamerikaWie der Jahreswechsel bei uns und in anderen Ländern gefeiert wird
Rote Unterwäsche, Whiskey und Münzen im Brot: Die schönsten Silvesterbräuche rund um den Globus.
Hierzulande wird der Jahreswechsel auf Partys unter Freunden, bei öffentlichen Veranstaltungen oder im Kreise der Familie gefeiert. Das bevorstehende neue Jahr mit all seinen Verheißungen und Hoffnungen birgt meistens Grund zur Freude. Gute Vorsätze werden gefasst und neue Anfänge gemacht. Doch es wird nicht nur gefeiert; die Silvesternacht wird traditionell auch von diversen Bräuchen begleitet. Silvester – Ursprung und NameDer 31. Dezember ist seit der Einführung des gregorianischen Kalenders im 17. Jahrhundert der letzte Tag des Jahres und wird als solcher von uns als Silvester bezeichnet. Der Name geht auf den heilig gesprochenen Papst Silvester I. zurück, der im Jahre 355 an diesem Tag gestorben ist. Silvesterbräuche in DeutschlandIn Deutschland gehören zum Jahreswechsel vor allem Feuerwerk und Böller. Während wir uns heutzutage an den Raketen und bunten Farben erfreuen, diente diese Tradition ursprünglich der Vertreibung böser Geister, damit diese nicht mit ins neue Jahr schlüpfen können. In alten Zeiten wurde Krach geschlagen mit allem, was zur Verfügung stand: Glockengeläut, Pauken, Trompeten, Töpfen, Rasseln, schließlich mit Gewehren und Feuerwerk. Man glaubte, auf diese Art das neue Jahr rein beginnen zu können. Vielerorts wird immer noch das Bleigießen praktiziert. Blei wird geschmolzen und in kaltes Wasser gegossen. Die dabei entstehenden Figuren werden im Hinblick auf das neue Jahr gedeutet, zukünftige Ereignisse sollen abgelesen werden können. Ein weiterer Brauch ist das Verschenken von Glücksbringern. Vierblättrige Kleeblätter, Schornsteinfeger, Glücksschweine und Hufeisen zählen zu den beliebtesten Motiven. Silvesterbräuche in Europa: Schottland, Spanien und GriechenlandHogmanay wird Silvester in Schottland genannt. Wenn dort ein junger Mann kurz nach Mitternacht mit Whiskey, Rosinenbrot und einem Stück Kohle vor der Tür steht, muss man ihn unbedingt ins Haus bitten, denn er soll Glück im neuen Jahr bringen. Die Spanier verspeisen um Mitternacht 12 Weintrauben. Je eine pro Glockenschlag und bei jeder darf sich etwas gewünscht werden. Inzwischen kann man in spanischen Supermärkten kurz vor dem Jahreswechsel praktische Portionen mit nur 12 meist kernlosen Weintrauben kaufen. Dies soll die problemlose Einhaltung des Brauches garantieren, da alle Weintrauben mit dem letzten Glockenschlag verspeist sein müssen, so mancher jedoch Schwierigkeiten mit den Kernen hat. Spanierinnen (und auch die Frauen in Italien und Chile) tragen zu Silvester und Neujahr rote Unterwäsche, denn das soll Glück bringen. Und bevor im neuen Jahr mit Sekt angestoßen wird, muss ein goldener Ring ins Glas gelegt werden, auch das verheißt Glück. Die Griechen pflegen ebenfalls einen kulinarischen Brauch: Im neuen Jahr wird das sogenannte Basiliusbrot aufgeschnitten, in das beim Backen als Glücksbringer eine Münze mit hineingearbeitet wurde. Wer das Stück Brot mit der Münze erhält, soll glücklich durchs neue Jahr gehen. Silvesterbräuche in Südamerika: Argentinien und Brasilien Die Argentinier vernichten am letzten Tag des Jahres alte Unterlagen. Die Papierschnipsel werden dann aus dem Fenster geworfen und sich so der alten Last entledigt. Weiß ist die Farbe der Kleidung am Silvesterabend in Brasilien, die Farbe der Unschuld, Reinheit und des Friedens. Weiß ist aber auch die Farbe der Meeresgöttin Yemanjá, welche die weibliche Fruchtbarkeit symbolisiert und deshalb zu Silvester besonders von den brasilianischen Frauen geehrt wird. Die Brasilianer werfen außerdem Blumen ins Meer und stecken Kerzen in den Sand. Rote Kerzen für Glück in der Liebe, weiße für Frieden und gelbe Kerzen für einen Geldsegen. Alles scheint sich in dieser Nacht um Farben zu drehen, denn auch in Brasilien ist die Farbe der Unterwäsche von Bedeutung. Rote Dessous werden getragen in der Hoffnung auf die große Liebe, und weiße für ein harmonisches Leben.
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